Vor dem Sandmännchen ins Bett: mein neuer Tagesablauf

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Im Frühjahr wurde ich gefragt, was meine Ängste sind in Hinsicht auf die Zeit am UWC. Ich antwortete: Das Schlimmste für mich wäre, das Schuljahr remote beginnen zu müssen.

Und hier sitze ich nun in meinem Kinderzimmer gegen die Müdigkeit ankämpfend und meine Einreisegenehmigung herbeisehnend.

Was ich bisher am meisten gefragt wurde: Wie viel Uhr ist es bei dir?
Die häufigste Reaktion auf meine Antwort: Wow!

Nach den ersten paar Schultagen, die eher holprig verliegen, traf ich die (wirklich schwierige) Entscheidung, meinen Tagesrhythmus auf Singapur-Zeit umzustellen, die uns sechs Stunden voraus ist. Ich fertigte sogar eine Pro- und Contra-Liste an! Es gewann das Weckerklingeln um 1.30 Uhr, damit ich pünktlich zum Schulbeginn um 8 Uhr, also eine halbe Stunde später, am Laptop sitzen kann.

Nie hätte ich gedacht, dass Tageslicht doch so wichtig ist fürs Wachwerden. Das bin ich meistens erst fünf Stunden später.

Mittlerweile habe ich eine Art Routine entwickelt, naja, so ungefähr zumindest. Meine Essenszeiten sind doch sehr wirr. Man könnte es auch so ausdrücken wie Moana, die österreichische UWCSEA-Stipendiatin: “Du isst irgendwie immer!”

Wenn ich gerade nicht esse und der Unterricht um neun Uhr (= 15 Uhr in Singapur) zuende ist, bleibt mir Zeit für Hausaufgaben, irgendwie Freizeitaktivitäten (diese kommen dank Monsieur Prokrastination etwas zu kurz) und gerne mal ein unterhaltsamer Call ins Boarding House und in den Rest der Welt zu den anderen Remote-Schüler:innen.

Seit ich optimalerweise ab 17.30 Uhr schlafe, verstehe ich übrigens, warum es Kindern so schwer fällt ins Bett zu gehen: Es ist doch noch hell! Ich bin noch nicht müde (da tagsüber keine Melatoninbildung). Alle anderen gehen doch auch nicht ins Bett! Vor allem, wenn Besuch da ist.

Übrigens ein Pluspunkt für die Normalzeit, denn mit der Sommerzeit geht die Sonne eine Stunde später auf und mit Normalzeit wäre es abends früher dunkel. Die Gefühle von Singapur-remote-Schüler:innen werden in der Politik mal wieder gar nicht beachtet. Typisch!

Jetzt muss ich aber los, ich hab gleich Mathe und mein Schulweg ist ein bisschen länger, schließlich muss ich noch ein neues Browser-Fenster öffnen.

Allerliebst,

Milena

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