Zwei Erlebnisse, über die ich froh bin

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Erinnert ihr euch, als ich vor rund zwei Wochen beim Beach Clean Up dabei war und hinterher meinte: “Nun ja, mein Lieblingshobby wird es jetzt nicht, aber einmal ist es schon ganz gut.”?

Und so ging ich am Freitag ganz freiwillig und aus äußerst eigenem Antrieb wieder mit und werde sogar glücklich, wenn ich daran zurückdenke.

Ich sammelte und sammelte und plante im Geiste die Party, die wir mit all den gesammelten Dingen schmeißen könnten. Ohne Witz, es wäre wirklich möglich gewesen!

Ich fand eine Glühbirne, Zahnbürste und 100 Meter weiter die Zahnpasta dazu, Lippenstift, eine Flasche mit sogar noch Eistee drin, mehrere Flaschen, damit alle ein eigenes Gefäß zum Trinken haben (Corona und so!) und natürlich jede Menge Strohhalme.

Da kam ein kleines Mädchen, vielleicht vier Jahre alt, und streckte mir einen Ast hin, für die Mülltüte. Das war zuckersüß, aber ich erklärte ihr, dass Natur natürlich am Strand liegenbleiben darf.

Zwei Minuten später warf sie blaue Plastikteilchen in meine Tüte, brachte mir einen Strohhalm und allerlei andere Dinge. Fünf Minuten später hatte sie eine eigene Mülltüte in der Hand, die sie von ihrer Mutter erhielt.

Dieses Erlebnis ist definitiv süßer (und mehr wert) als beim letzten Mal, als es lediglich hieß: “Thank you for picking up the trash!”

Nicht süß, aber ebenso viel wert war mein gestriger Tag:

Mit drei anderen Mädchen vom Boarding House durfte ich beim Ausliefern von freien Mahlzeiten für Menschen mit niedrigem Einkommen und schlechter Mobilität dabei sein. Diese Menschen leben in den sogenannten HDBs, von denen es in Singapur etliche gibt.

HDBs sind staatliche Wohnblöcke, in denen knapp 80 Prozent [Statistics Singapore] der Singapurer:innen leben. Als wir die Wohnungen sahen, wurde mir erneut vor Augen geführt, wie privilegiert ich bin. Ich durfte in einem Haus mit Garten aufwachsen und habe ein eigenes Zimmer, das ungefähr so groß ist, wie eines der Apartements in den HDBs.

Singapur ist eben nicht nur die Weltstadt mit den Wolkenkratzern, in denen reiche Leute in schicken Anzügen arbeiten.

Allerliebst,

Milena

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