Tschüss, Boarding Interns! Hallo, Ursula von der Leyen!

Lange nicht gesehen! Ich bin gespannt, wie oft ich in Zukunft Posts auf diese Weise anfange. Der Grund dafür war zunächst, dass außerhalb des Unterrichts nicht viel Spannendes passierte, sodass ein Blogpost nicht unbedingt informativ gewesen wäre. Und nun ist doch so viel passiert.

Bevor ich nach Singapur kam, sah ich mir jedes einzelne Video über UWCSEA an, das auf YouTube existiert. Umso größer ist meine Freude, jetzt selbst im Tampines House-Willkommensvideo aufzutauchen, seht es euch an!

Wie antithetisch, dass der Tag dieses “Herzlich Willkommen!”-Videodrehs auch der “Bis bald, wir werden euch vermissen!”-Tag war.

Unsere Boarding Interns Julia (korrekt, meine great great granny scholar) und Calvin unterstützten unsere House Parents bei Aufgaben wie Temperaturmessen wegen Corona oder das Überprüfen, ob wir am Abend auch auf unseren Gängen sind.

Aber nicht nur das! Julia und Calvin sind wie ältere Geschwister für uns geworden, mit denen wir über die seltsamsten Dinge lachen oder lange Gespräche über unser Leben und unsere Gedanken führen.

Obwohl Julia mit einem Augenzwinkern versprach, UWCSEA und Singapur zwar physisch zu verlassen, aber nicht spirituell, und Calvin immer noch in Singapur ist, sind wir alle traurig, die beiden nicht mehr täglich auf dem Campus zu treffen.

Milena mit den Boarding Interns Julia und Calvin
Calvin, ich und Julia

Meine Fächerkombination ist übrigens Calvins Schuld

Im IB gibt es sechs Fächer, von denen drei im Leistungskurs und drei im Grundkurs zu belegen sind. Ich überlegte im Sommer sehr lange, welche Fächer ich aus der großen Auswahl nehmen soll. Spanisch, Theater, Chinesisch oder vielleicht Physik?

Nach einem langen Telefonat mit Calvin bereits im Mai, als noch gar nicht fest stand, dass Julia und er Boarding Interns werden, entschloss ich mich zu Musik im Leistungskurs, dazu Englisch und Mathe. Im Grundkurs wählte ich Tanz (yeah, Musik UND Tanz: doppelte Künste!), Deutsch und Environmental Systems and Societies.

Nach einem langen Gespräch mit Calvin im November verabschiedete ich Mathe in den Grundkurs und begrüßte Tanz im Leistungskurs. Einige Leute beneiden mich um meine Fächerkombination und ich bin auch sehr glücklich damit.

Und was hat es mit Ursula von der Leyen auf sich?

Am vergangenen Wochenende fand im Boarding House die Aktion “Write for Rights” statt, also “Schreiben für Rechte”. Dies ist eine Kampagne von Amnesty International, bei der es darum geht, möglichst viele Briefe zu schreiben an Präsident*innen und Machtinhaber*innen, die essentielle Menschenrechte verletzen.

Teilnehmende von "Write for Rights" posieren mit ihren Briefen
Geschafft: 230 handgeschriebene Briefe an Menschenrechtsverletzer*innen

So schrieben wir 24 Stunden lang Briefe an Ursula von der Leyen (Präsidentin der Europäischen Kommission), um sie aufzufordern, sich für die Geflüchteten an den EU-Außengrenzen einzusetzen, nach Nigeria gegen Polizeigewalt, nach Ägypten für LGBTQ+-Rechte, nach Polen gegen das Abtreibungsgesetz und nach Indonesien für das Gesetz gegen Sexuelle Gewalt.

Mit Kaffee, Süßigkeiten und Gesprächen über alles Mögliche (ja, auch über Theodizee) schafften wir 230 Briefe und ich freue mich schon, wenn es ein nächstes Mal gibt.

Jetzt seid ihr auf dem neuesten Stand. Bis zum nächsten Post!

Allerliebst,

Milena

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