Sonne und Waran: mein Ostern in Singapur

Es ist ein großes Privileg, momentan in Singapur zu leben. Von meiner Familie bekomme ich mehr als regelmäßige Updates über die einsame Pandemie-Situation in Deutschland, während in meinem Leben so viel passiert, dass ich vor jedem Blogpost meine Handy-Fotogalerie und meinen Terminkalender durchgehe, um mich an die vergangenen Tage zu erinnern.

Party, Party, Party – am Karfreitag!?

Die Lichterketten sahen besonders im Flügel wunderschön aus.

Wir Elftklässler*innen im Internat organisierten für unsere Zwölftklässler*innen eine kleine Vorab-Abschieds-Überraschungs-Party. Tanzen, Lachen und Karaoke formten einen gelungenen Abend – trotz interner Ratlosigkeit unter den christlichen Leuten, denn die Party fand am Karfreitag statt. Genau, dem Tag, an dem in Deutschland Tanzverbot herrscht, da an Jesu Kreuzigung erinnert wird.

Wochenende ist Gastfamilienzeit!

Den Karsamstag verbrachte ich mit einer Familie aus meiner Buddy-Klasse, genau genommen der Familie, die mir extra eine Kleinigkeit zu Weihnachten schenkte, wie ich hier erzählte. Wir hatten einen großartigen Tag mit dem alten “König der Löwen”, Tausend-Teile-Disney-Prinzessinnen-Puzzle, Salzteiggebäcke und einem Abendessen bei dem deutschen Restaurant “Brotzeit”.

Vor allem wir Stipendiat*innen werden immer mal wieder von Familien zum Essen eingeladen, was mich jedes Mal so freut, weil in der UWC-Familie so großartige Menschen dabei sind.

Deshalb war es mir wichtig, am Samstagabend noch bei Calvins (unser ehemaliger Boarding Intern) Familie vorbeizuschauen, die eine Gruppe von Internatler*innen zum Grillen einlud. Ich kam zwar signifikant später, aber trotzdem noch rechtzeitig, um bei der Entstehung neuer Insider dabei zu sein.

Meinen Ostersonntag verbrachte ich bei meiner Gastfamilie von den Dezember-Ferien. Wir kochten gemeinsam Kässpätzle, was immer wieder ein tolles Event ist, da der Spätzle-Hobel nicht gerade ein bekanntes Produkt ist.

Gastfamilienzeit ist nicht nur am Wochenende

Am Montag reiste ich quer durch die Stadt zu einer britisch-indonesisch-australischen Gastfamilie mit einem zwölfjährigen Sohn und einer zehnjährigen Tochter. Eine sehr liebe Familie!

Gemeinsam erlebten wir am Dienstag einen traumhaften Strandtag, der mir meinen ersten richtigen Sonnenbrand meines Lebens bescherte. Hatte ich zwar nicht auf meiner Löffelliste, aber ich kann sogar “durch Morgens-Mittags-Fast-Äquatorial-Sonne” hinzufügen. Ja, ich benutzte Sonnencreme, nein, offensichtlich nicht genug.

Das sind die wunderschönen “Peranakan-Shophouses” in Katong. Hier wohnen ganz normale Leute.

Am Abend traf ich mich mit Anna, Moana und einer deutsch/österreichischen UWCSEA-Foundation-Mitarbeiterin auf einen Spaziergang durch die Stadtteile Geylang und Katong und Abendessen bei “Zaffron’s Kitchen”. Ich träume immer noch von der fantastischen indischen Küche.

Zurück in meiner Gastfamilie gingen wir am Mittwoch in das Naturreservat Sungei Buloh. Dieses ist so weit im Norden, dass wir Malaysia sahen. Tatsächlich gibt es viele Menschen, die in Malaysia leben und täglich nach Singapur pendeln. Wegen Corona sind allerdings die Grenzen zu, ohne Ausnahme.

Wir hofften, Krokodile zu sehen, aber die hatten wohl keine Lust. Dafür querten uns zwei große gechillte Warane den Weg, was immerhin etwas war! Coole Tiere!

Der Rest der Ferien verlief unspektakulär: Ich lernte ein wenig für unsere Examen, die diese Woche stattfinden und freue mich schon, morgen mein letztes zu haben.

Allerliebst,

Milena

Ein Gedanke zu „Sonne und Waran: mein Ostern in Singapur“

  1. Pingback: Von Acht auf Zwei: Singapur verschärft Corona-Maßnahmen | milenarrative

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.