Auf Wiedersehen, bis ganz bald oder Lebewohl? Tschüß, liebe Grade 12s!

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Welch anstrengende Woche hinter uns liegt! Nun ja, es war schon die vorletzte. Ich drückte mich eine ganze Weile lang vor diesem Post, denn er ist so abschließend und endgültig.

Vorvorletztes Wochenende war geprägt von Party – unsere Grade 12s hatten graduiert und das musste natürlich gefeiert werden.

Dann jedoch hieß es für sie: Packen, Packen und Dinge aussortieren, die sie nicht mitnehmen möchten oder können. Kurzerhand wurde unsere gemeinsame WhatsApp-Gruppe in eine Flohmarkt-Gruppe verwandelt und unsere Houseparents sind immer noch schockiert, wenn sie den Gemeinschaftsraum im dritten Stock betreten, oder soll ich lieber sagen: den Second-Hand-Laden im dritten Stock?

Alle versuchten, in den letzten paar Tagen so viel Zeit miteinander verbringen wie möglich, bis die Kleinanzeigen-Nachrichten abgelöst wurden von: “Ich bin jetzt in der Lobby und möchte mich von euch verabschieden.”

Ich erwartete ein etwas trauriges “Mach’s gut!”, ein zuversichtliches “Wir sehen uns ja bestimmt bald wieder!”. Doch was in der Luft lag war viel schwerer, als wäre jemand gestorben – unübertrieben.

Viele Umarmungen. Lange Umarmungen. Feste Umarmungen, in die versucht wird, soviele Gefühle wie möglich zu packen. Denn es sind letzte Umarmungen für eine ungewiss lange Zeit, und vielleicht für immer.

Wir weinten. Tränen der Trauer, dass das Leben miteinander vorbei ist und wir nicht wissen, wann oder ob wir einander wieder treffen. Tränen des Bedauerns, nicht mehr Zeit miteinander verbracht zu haben. Aber auch Tränen der Freude und Dankbarkeit, sich kennengelernt zu haben, voneinander gelernt zu haben und durch Erlebnisse verbunden zu sein.

Erinnerungen an gemeinsames Kochen, an das Musical-Showcase, Essengehen, Strandtage, Filmnachmittage, Tanzabende, Kino, Teatime, lange Gespräche.

Ich lernte viel von unseren Grade 12s: Estnischen Tanz, Filmfotografie (okay, das übe ich immer noch) oder wie die Holzschneidebretter gespült werden sollten (am Ende mit kochendem Wasser desinfizieren!). Andere Blickwinkel. Motivation, mich aufzuraffen, bei zunächst unattraktiven oder einfach nicht-faulen Arbeiten in der Gemeinschaft zu helfen und an Aktivitäten teilzunehmen, die mich nicht unbedingt ansprechen.

Ein letztes gemeinsames Foto, Winken und die Türe fällt zu.

Vielen lieben Dank für die gemeinsame Zeit, macht es gut und bis hoffentlich ganz bald.

Allerliebst,

Milena

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